Stuttgart als Kulturhauptstadt

Mein Grundsatz ist Kultur für alle und das im doppelten Sinne. Einerseits sollen unsere kulturellen Angebote unabhängig vom Einkommen für alle zugänglich sein. Gleichzeitig geht es mir darum, alle Facetten und Formen von Kultur zu unterstützen: Von der Hochkultur über die freie Szene bis zu Nacht- und Subkultur.

Stadt der Jugend

Jugendpolitik ist Standortpolitik. In den 90er Jahren war Stuttgart die Mutterstadt des Hip-Hops – heute ist Stuttgart die Mutterstadt des Feinstaubs. Dabei ist klar: Gerade in einer wissensbasierten Kreativ- und Digitalökonomie, ist die Attraktivität einer Stadt für junge Menschen ein zentraler Erfolgsfaktor. Zum Beispiel für die Gewinnung von Fachkräften, für Existenzgründungen und für eine lebendige Kulturszene. Stuttgart muss wieder ein Anziehungspunkt für junge Menschen, weit über die Region hinaus sein! Dafür ist ein lebendiges Nachtleben entscheidend. 

Wie kaum ein anderer gesellschaftlicher Bereich ist die Nachtkultur von der Corona-Krise betroffen. Noch immer sind die meisten Clubs und Live-Spielstätten geschlossen. Ich möchte eine Konzeption entwickeln, wie dieser Bereich nach der Corona-Pandemie und darüber hinaus wieder revitalisiert werden kann. Als Auftakt möchte ich an einem Wochenende die Theodor-Heuss-Straße für den Autoverkehr sperren und eine lange Nacht der Clubs veranstalten. Dazu gehört auch eine stärkere finanzielle Unterstützung von Clubs und Livespielstätten. Schließlich möchte ich, dass die Stadt künftig konsequent Zwischennutzungen im kreativen Bereich fördert, auch im Innenstadtbereich. Aktuell böte sich hier die Schulstraße an. 

Lärmschutzfonds

Ein lebendiges Nachtleben ist immer wieder mit Konflikten verbunden - zum Beispiel wenn sich Nachbarn durch Lärm gestört fühlen. Ich möchte - so wie in Köln - einen Lärmschutzfonds auflegen, aus dem bauliche Lärmschutzmaßnahmen sowie Konzepte zur Lärmminderung in Clubs finanziell unterstützt werden. 

Städtische Beratung für Corona-taugliche Konzepte

Gerade im Kulturbereich darf es nicht nur um die wirtschaftliche Existenzsicherung gehen. Das ist, wenn man so möchte, die notwendige Bedingung, dass es Stadt - wie wir sie kennen - nach der Corona-Krise noch gibt. Vielmehr müssen auch Veranstaltungskonzepte und Formate entwickelt werden, welche kulturelle Veranstaltungen und urbanes Leben auch unter den Bedingungen der Pandemie ermöglichen. Die Stadt soll daher Kultureinrichtungen aktiv bei der Entwicklung von Corona-tauglichen Veranstaltungskonzepten beraten. Die Konzepte werden allen Kultureinrichtungen in Form von kurzen Umsetzungsleitfäden zur Verfügung gestellt.

Die Oper modernisieren

Die Modernisierung der Oper halte ich für überfällig. Die Arbeitsbedingungen für die über 1.300 Beschäftigten sind nicht zeitgemäß und der historische Littmann-Bau kann den Anforderungen an einen modernen Spielbetrieb nicht genügen. Dabei ist mir wichtig, dass wir nicht nur Standorte diskutieren, sondern auch die Konzeption in den Blick nehmen. Ich möchte, dass die Oper ein offenes Haus wird, das auch tagsüber für die Stadtgesellschaft zugänglich ist. So wie viele Kulturbauten, die in den letzten Jahren in Europa neu gebaut wurden - die Oper in Oslo oder das Musiktheater Linz.