Stadt neu denken

"Stadt neu denken!" - Zusammenfassung Rede Marian Schreier vom 25. Januar 2020

Unsere konventionelle Art Stadt zu denken, funktioniert nicht mehr.

Großstädte stehen heute vor vollkommen anderen Herausforderungen als noch vor 20 oder 30 Jahren. Damit sind weniger neue Handlungsfelder wie die Digitalisierung gemeint. Vielmehr sind es übergreifende Phänomene: eine nie dagewesene Komplexität, ein atemraubendes Veränderungstempo und die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft.

In Stuttgart zeigt sich exemplarisch, wie sehr Politik mit dem neuen Veränderungstempo nicht mehr Schritt halten kann. Nehmen wir das Beispiel Verkehr. Zentrales Steuerungsinstrument der Stadt ist ihr „Verkehrsentwicklungskonzept 2030“. Den Auftrag zur Entwicklung des Konzeptes gab der Gemeinderat 2005, beschlossen wurde es 2014. Im Jahr 2005 war der Automobilhersteller Tesla gerade gegründet, bei der Verabschiedung des Konzeptes war die Elektromobilität schon in der Serienreife.

Es wird deutlich: Unsere konventionellen Planungs- und Steuerungsinstrumente können mit dem gegenwärtigen Veränderungstempo nicht mehr Schritt halten. Unsere konventionelle Art Stadt zu denken, funktioniert nicht mehr.

Die Art und Weise, wie wir die öffentliche Verwaltung organisieren, stammt aus der Zeit der Stein-Hardenbergschen Reformen. Mit anderen Worten: Sie ist das Produkt einer Welt, die unseren Grad an Vernetzung und Digitalisierung, an Beteiligung und Beschleunigung nicht kannte. Dieser konventionelle Modus produziert einen Zustand, den viele Bürgerinnen und Bürger als rasenden Stillstand empfinden: Zwar verändern sich Dinge an der Oberfläche, aber im Kern tritt man auf der Stelle.

Die bestimmende Aufgabe des neuen Jahrzehnts ist es, diesen rasenden Stillstand zu beenden. In der Geschichte waren Städte oft der Ort, an dem gesellschaftliches Zusammenleben neu gedacht und innovative politische Ideen entwickelt wurden. Dies muss jetzt wieder gelingen!

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